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Logo Irena Mila Steinmeier – Business Coaching und Managementberatung Düsseldorf
Viele Hände liegen übereinander in der Teammitte – Empathie als Kraftwerk für unternehmerischen Erfolg

Empathie als Kraftwerk für unternehmerischen Erfolg!

Einsam an der Spitze. Führung Fehlanzeige. So und ähnlich lauten die Schlagzeilen zum Thema Führung. Die Rede ist von Druck in den Chefetagen und Frustalarm im mittleren Management. Sind das nur Floskeln oder bittere Wahrheit? Und soll das so bleiben? „Spreadsheets are lazy“, sagt der Unternehmer Hamdi Ulukaya und ruft energisch eine Anti-CEO-Strategie aus. Eine Lektüre für Menschen, die nach Inspiration und Orientierung suchen. Oder einfach verstehen wollen, was gute Führungskräfte ausmacht.

Ein Leader der Gegenwart als Vorbild und Inspiration

Wie geht es dir als Führungskraft? Was sagt deine Mannschaft über dich? Und wie bist du zu der Führungskraft geworden, die du heute bist? In diesem Artikel gebe ich einen Einblick, was mich als Führungskraft geprägt hat. Das Thema „Vorbild“ spielte auf meinem Weg eine wichtige Rolle. Deshalb geht es von meinem persönlichen Erfahrungsbericht in die Geschichte eines besonderen Leaders unserer Zeit über. Du erfährst, worauf es in der Führung von Menschen schon immer, aber ganz besonders heute, im Wesentlichen ankommt.

Jede Führungskraft ist, wie sie ist. Ihr Verhalten, ihr Wirken und ihre Haltung sind das Ergebnis persönlicher Ziele und der Erfahrungen, die sie gemacht hat. Und da gibt es solche und solche.

Fakt ist: Jeder Mensch verhält sich aus seiner Überzeugung heraus auf seine Art und Weise. Doch wie ist diese Art und Weise entstanden? Ist dir bewusst, warum du heute so bist, wie du bist? Und bist du damit erfolgreich?

Als ich 1994 das erste Mal einem echten Leader begegnet bin, war das für mich eine Offenbarung. Mein erster Geschäftsleiter, Herr Udo W., nahm mich als Auszubildende in das Team seiner Azubis auf. Das Besondere an ihm: Er gab mir das Gefühl, echtes Interesse an dem Menschen zu haben, der ich bin. Unter seiner Führung habe ich nicht nur die Grundprinzipien zielorientierter Arbeit erfahren, er hat mich auch gefordert und gefördert. In seinem Führungsstab gab es zwölf ganz unterschiedliche Führungskräfte, die vom „autoritären Drachen“ über die „regelkonforme Kommunikatorin“ bis zur „wertschätzenden Förderin“ verschiedene Facetten von Führung abgebildet haben. Dadurch entstand für mich ein Biotop, in dem ich so unterschiedliche Erfahrungen gemacht habe, dass sie mir vor allem eins ermöglicht haben:

ZU WÄHLEN.

In meiner Ausbildung durchlief ich verschiedene Abteilungen, in denen ich mit den jeweiligen Führungskräften und ihren Teams direkt zusammengearbeitet habe. So konnte ich live und in Farbe erleben, wie sich unterschiedliche Führungsstile auswirken.

Was macht Führung mit den Menschen? Wie funktioniert Führung? Was macht sie mit dem Team? Und was bedeutet das für den Erfolg?

Nach meiner Ausbildung habe ich dual gearbeitet. Als Studentin bekam ich einen Arbeitsvertrag, der mich zur Substitutin machte. Ich wurde fester Teil eines Teams und durfte der „wertschätzenden Förderin“ als Vertretung zur Seite stehen. Damit bekam ich die Möglichkeit, mich in der Rolle als Führungskraft zu entwickeln. In dieser Zeit sammelte ich viele Erfahrungen, entwickelte meine persönlichen Ziele, wie ich als Führungskraft sein und was ich erreichen wollte, und festigte meine Einstellung. Auf dem anschließenden Karriereweg war ich mit einem soliden Basispaket in Sachen Führung ausgerüstet.

Es half mir bei jedem Karriereschritt als Orientierung, um mich im neuen Umfeld einzuordnen. Ebenso war ich damit gut gerüstet, die Anforderungen neuer Teams und wachsende Aufgaben zu bewältigen.

Dabei lief nicht immer alles glatt. Was habe ich mich manchmal geärgert, weil ich Fehler machte, mich unsicher fühlte, mich das eine oder andere Mal selbst daneben verhalten habe und es danach bitter bereute. Oder der Ärger kam durch das Verhalten von Kollegen oder meinem Chef. Das gehört eben dazu, wenn man Erfahrungen sammelt.

Diese vier Gedanken haben sich in den ersten fünf Jahren meiner Führungskarriere eingeprägt:

1. Man lernt nie aus – sei neugierig

Eine wichtige Erkenntnis war, dass der Anspruch, perfekt zu sein und alles richtig zu machen, überflüssig ist. Denn mit jedem Tag als Führungskraft lernen wir aus Erfahrung, auch aus Fehlern. Wir sind nie auf alles vorbereitet, sondern entwickeln mit jeder Herausforderung unsere Fähigkeiten weiter.

Das Schöne ist: Wir können Erfahrungen reflektieren und entscheiden, ob wir bei unserem Verhalten bleiben oder etwas ändern wollen.

Kerngedanke: Du bist okay, so wie du bist. Und du kannst nach jeder Erfahrung neu wählen.

2. Die innere Überzeugung ist essenziell

Denn sie prägt die entscheidenden Fähigkeiten, die du als Führungskraft brauchst: Entscheidungssicherheit und Umsetzungsvermögen. Sicherheit gewinnen wir mit wachsendem Wissen und durch Erfahrung in der Anwendung. Mit steigender Erfahrung häufen sich die guten Entscheidungen. Und daraus entwickelt sich die Kraft für die Umsetzung von ganz allein.

Wenn wir innerlich überzeugt sind, strahlen wir Klarheit und Stärke aus. Das hört, sieht und spürt jeder im Umfeld.

Was denkst du über dich? Was denkst du über deine Aufgabe? Was kannst du besonders gut? Worin bist du dir sicher?

3. In der Aufgabe als Führungskraft geht es nicht um dich

Wahrscheinlich denkst du da anders. In deutschen Unternehmen herrscht oft die Meinung, es gehe vor allem darum, wie DU als Person gesehen wirst, welche Ergebnisse DU ablieferst und welchen Titel DU hast, um überhaupt mitzuspielen.

Das spricht nicht gegen meine Aussage. Denn um erfolgreich zu sein, geht es nicht darum, was andere über dich sagen oder ob du einen wichtigen Titel hast.

Es geht darum, der Motor zu sein für die Menschen, die mit dir zusammenarbeiten.

Denn sie entscheiden, ob sie dir folgen, ob ihre Leistungsmotivation hoch ist und ob du gute Ergebnisse ablieferst.

4. Aber es liegt an dir – nur du kannst etwas ändern

Die Gefahr ist, dass wir uns zu sehr am Außen orientieren und den Umgang, die Denkweise und die Verhaltensweisen unseres Umfelds als gegeben annehmen.

Das ist fatal, wenn das Umfeld nicht unserer inneren Überzeugung entspricht. Und es trifft uns oft an dem heiklen Punkt: Wenn wir anders sind, gehören wir nicht dazu.

Haben nicht dieselben Chancen. Und was soll dann aus uns werden?

Dieses Gefühl erzeugt Schwäche, und die gilt es in der Karriere zu vermeiden, oder?

Also lieber Verhalten, Redewendungen und Haltung anpassen? Falsch. Denn genau hier verlieren wir unsere Überzeugungskraft. Dann ändern wir nichts, sondern spielen einfach nur das Spiel mit. Druck, Unwohlsein und Misserfolg sind auf lange Sicht vorprogrammiert.

Jede neue Verantwortung, jedes neue Team, jede neue Herausforderung und vor allem jedes neue Umfeld hat mich geprägt, ergänzt und weiterentwickelt. Daraus ist ein Mindset entstanden, das mir wahre Stärke und Orientierung gibt.

Ich bin okay.

Ich mache Erfahrungen und kann neu wählen.

Ich bin überzeugend und entschieden, weil ich viele Erfahrungen gemacht habe.

Es geht um meine Mitarbeitenden, nicht um mich.

Was die anderen machen, ist okay. Ich kann wählen, was mich beeinflusst.

Es liegt an mir, an meiner Wirkung und an meinem Einfluss zu arbeiten.

Ich bleibe mir treu.

Vorbilder prägen

Seit ich denken kann, beobachte ich gern Menschen. Mich beeindrucken Menschen, die allein mit ihrer Ausstrahlung wirken, und solche, die besonders eloquent sind. Es gibt Menschen, die mit Ehrlichkeit und Sprachgewandtheit beeindrucken, und solche, die das Geschick haben, in einer schwierigen Situation angemessen zu reagieren, vor allem da, wo wir denken: „Ups, jetzt geht gar nichts mehr.“ Diese Beispiele haben mich schon immer inspiriert und in mir den Anreiz gesetzt: „Wenn ich mal groß bin, will ich auch so werden.“

Und es gibt Menschen, deren Ungeschicklichkeit offensichtlich ist. Oder solche, deren Verhalten ich nicht gerechtfertigt finde. Menschen, die sich zu wichtig nehmen. Dabei schüttle ich so manches Mal innerlich den Kopf.

Diese Beispiele kommen auf meine „Abschreck-Liste“. Das meine ich nicht wertend, sondern hilfreich: Sie führen mir sehr deutlich vor Augen, wie ich nicht werden will. Und ich lasse mich von ihrem Verhalten nicht beeinflussen. Sicher war ich in der Vergangenheit oft verärgert, wenn mein Team, ein Kollege oder ich selbst zur Zielscheibe wurde. Aber es hat mich erst recht angefeuert, Wege zu finden, wie ich mit solchen Menschen umgehe, damit sie ins Leere laufen.

Wir haben die Wahl, zu sein, wer wir sein wollen

Über die Zeit hat sich eine ganze Reihe von Vorbildern auf meinem Weg ergeben, von denen ich mich habe inspirieren lassen. Mit einigen habe ich direkt zusammengearbeitet und davon profitiert, ihre Erfahrungen mitzuerleben. Aber auch Momentaufnahmen und Eindrücke aus Meetings oder Gesprächen mit Leadern haben ihre Wirkung getan.

So ist auch die Geschichte des Unternehmers Hamdi Ulukaya eine Quelle der Inspiration. Seine Geschichte, seine Haltung und seine Überzeugung sind beeindruckend, denn er hat aus eigener Kraft eine Wende für eine Gemeinde eingeleitet, die schon verloren geglaubt war. Heute ist er Milliardär und Mäzen, hat Unternehmensanteile an seine Mitarbeitenden verschenkt und ein Biotop geschaffen, das zukunftsweisend ist.

In seiner Geschichte lassen sich sieben Eigenschaften herausfiltern, die als treibende Kräfte für seinen Erfolg gewirkt haben:

  • Überzeugung
  • Mut
  • Inspiration
  • Vision
  • Standhaftigkeit
  • Leidenschaft
  • Die ehrliche Verbundenheit zu seinen Mitmenschen

2005 ist Hamdi Ulukaya, Jahrgang 1972, ein junger kurdischer Student in den USA. Seitdem hat er einen Weg gestaltet, auf dem er seinem Herzen in Verbindung mit seinem Geschäftssinn gefolgt ist, und damit ein Unternehmen und ein Milliardenvermögen aufgebaut. Nicht mit dem Ziel, ein sorgenfreies Leben zu führen, sondern eine ganze Gemeinde zu Gewinnern zu machen. Ich teile diese Geschichte, weil sie so inspirierend ist. Sie ist ein Beispiel dafür, wie gut Menschlichkeit und Erfolg miteinander vereinbar sind.

Seine Geschichte beginnt 2005 mit der Entdeckung einer stillgelegten Molkerei im Bundesstaat New York. Die Eigentümer bieten sie günstig zum Kauf an, weil sie sie aufgrund der wirtschaftlichen Kennzahlen als wertlos einschätzen.

Seine Entdeckung lässt ihn nicht los. Er erinnert sich an den Joghurt aus seiner Heimat. Und es treibt ihn an, genau so einen Joghurt zu produzieren und damit den amerikanischen Joghurtmarkt aufzumischen.

Bei der ersten Besichtigung findet Ulukaya eine in die Jahre gekommene Produktionsstätte mit Geschichte vor. Der Produktionsleiter führt ihn durch die Fabrik und erzählt an jeder Ecke eine Geschichte aus der langen Unternehmenshistorie. Beim Rundgang beobachtet er die 55 Beschäftigten bei ihrer Arbeit: Sie bereiten die Produktionsstätte für die Schließung vor. Das Bild der in vollkommener Stille und in Würde arbeitenden Menschen lässt ihn nicht mehr los. Ihn trifft das Schicksal der Arbeiter sehr.

Der Gedanke, der ihn besonders bewegt: Die Menschen, die in dieser Fabrik über Jahre ihre Lebenszeit und ihren Einsatz investiert haben, werden nun aufgegeben.

Die Entscheidung der Vorbesitzer ist im übertragenen Sinne ein Schlag gegen die Mannschaft. Die Mitarbeitenden haben mit dieser Entscheidung ihren Wert verloren. Sie sind entlassen. Diese Beobachtung prägt ihn tief und ist der Zündschlüssel für eine unbändige Erfolgsstrategie.

Obwohl er kein Geld hat, entschließt er sich, die Fabrik zu übernehmen. Mit einem Kredit. Das Erste, was er nach der Übernahme tut: Er stellt vier der ehemaligen Arbeiter wieder ein. Gemeinsam machen sie sich an die Arbeit und streichen als Erstes die Fabrikmauern weiß. Das schweißt zusammen. Innerhalb von zwei Jahren entwickeln sie das Geschäft so weit, dass ausnahmslos alle 55 ehemaligen Arbeiter in derselben Molkerei wieder eingestellt werden. Ihr gemeinsames Ziel: die Molkerei „hundertmal besser wieder aufzubauen“, als sie zuvor war.

„Viele Menschen können gemeinsam etwas schaffen, das größer ist als sie selbst.“

Emily Esfahani Smith

Heute ist Hamdi Ulukaya Milliardär und Mäzen. Und die gesamte Gemeinde profitiert von der gemeinsamen Erfolgsgeschichte des Unternehmens Chobani.

Mit der Mission „Bessere Lebensmittel für mehr Menschen“ hat sich eine Unternehmenskultur entwickelt, in der es um Sinn, Umwelt und Gemeinschaft geht. Der Wert liegt auf umweltfreundlichen und verantwortungsbewussten Herstellungsverfahren und einer fairen Behandlung der Milchkühe. Darüber hinaus geht die Gestaltung des Miteinanders auf die Gemeinden über: Das Unternehmen engagiert sich aktiv an den Standorten, an denen Chobani seine Hauptsitze hat. Mit starkem Fokus auf den Kernwert des Unternehmens:

Z U R Ü C K G E B E N

Spreadsheets are lazy. Tabellen sind faul. Das ist sein mahnender Appell.

Damit wendet er sich an Entscheider. Er ermahnt sie, den Fokus darauf zu legen, die Menschen im Unternehmen wertzuschätzen und die unternehmerische Verantwortung auf den Menschen und nicht auf die reinen Zahlen zu richten. Seiner Überzeugung nach kann sich erst in der Verbundenheit zu den Menschen das gesamte Potenzial eines Unternehmens entfalten.

Es ist fatal zu glauben, dass Entscheider heute vom einsamen Schreibtisch aus kluge Entscheidungen treffen können. Sein Appell: „Tabellen sagen uns nichts über die Mitarbeitenden und nichts über die Gemeinschaft. Und doch werden viele unternehmerische Entscheidungen auf Basis von Analysen und Auswertungen getroffen.“ Er ruft zur Anti-CEO-Strategie auf. Seiner Überzeugung nach sind die Spielregeln, die Unternehmen in den letzten 40 Jahren geprägt haben, ausgespielt. Sie funktionieren nicht mehr.

Sein unternehmerischer Erfolg steht auf dem festen Fundament von Empathie und Menschlichkeit. Das Potenzial für Erfolg liegt vor allem im Potenzial der Mitarbeitenden. Und natürlich in einem guten Produkt.

Sein Unternehmen ist profitabler durch:

  • den wertschätzenden und anerkennenden Umgang mit den Mitarbeitenden,
  • die Leidenschaft und Verbundenheit seiner Mitarbeitenden,
  • Innovation,
  • die Entwicklung von Arbeitsplätzen und
  • den Gemeinschaftssinn.

Der Mehrwert von wahrem Wohlstand

Das ist es, was die Welt heute braucht.

Verlässliches, etabliertes strategisches Management ist eine Seite unternehmerischen Denkens und Handelns. In diesen Zeiten ist es jedoch elementar, den Blick über den Tellerrand der Zahlenwelt hinaus zu weiten, um unternehmerisch erfolgreich zu sein. Die zweite Seite der Medaille ist der bewusste, verbindliche und wertschätzende Umgang mit den Menschen im Unternehmen.

Schauen wir uns die sieben Eigenschaften, die in dieser Erfolgsgeschichte als treibende Kräfte wirken, genauer an:

1. Überzeugung

Definition: feste, unerschütterliche, durch Nachprüfen eines Sachverhalts oder durch Erfahrung gewonnene Meinung; fester Glaube.
Hamdi hat eine starke innere Überzeugung. Sein tiefer Glaube ist, dass Menschen wertvolle Ressourcen haben. Er gewinnt die feste Meinung, dass die Menschen, die Jahrzehnte in dieser Fabrik gearbeitet haben, es verdient haben, dass jemand an sie glaubt. Diese Überzeugung prägt seine Entscheidungen. Er wählt, dass er mit diesem Projekt Erfolg haben wird, denn er glaubt, dass Erfolg durch Gemeinschaft entsteht: durch Teilen und gegenseitige Unterstützung. Diese Überzeugung ist so kraftvoll, dass die Arbeiter ihm folgen. Sie orientieren sich daran. Sie glauben ihm. Und so entwickelt sich aus einer fünfköpfigen Mannschaft mit einem verschuldeten Unternehmer innerhalb von 15 Jahren ein Biotop der Gemeinschaft und des Wohlstands.

2. Mut

Definition: grundsätzliche Bereitschaft, angesichts zu erwartender Nachteile etwas zu tun, was man für richtig hält.
Alle Zeichen stehen auf Abbruch. Doch Hamdi Ulukaya ignoriert die Faktenlage. Anstatt wie die Besitzer zu denken, ist er bereit, in dieses Geschäft zu investieren. Er hinterfragt die Entscheidung der Besitzer. Er ist nicht irritiert, empfindet weder Angst noch Furcht. Und vermutlich macht er sich erst recht keine Gedanken darüber, was andere über ihn denken werden. Er setzt klar auf seine Intuition, sein tiefes inneres Wissen. Das Bild der Arbeiter, die dabei sind, die Fabrik zu schließen. Der Produktionsleiter, der ihm die Historie des Betriebs erzählt. Diese Eindrücke reichen ihm, um entschieden, ohne den Gedanken an zu erwartende Nachteile, einen Kredit aufzunehmen und den Betrieb wieder aufzunehmen.

3. Inspiration

Definition: schöpferischer Einfall, Gedanke; plötzliche Erkenntnis; erhellende Idee, die jemanden weiterführt; Erleuchtung, Eingebung.

„Inspiration? Ist für Amateure. Echte Künstler gehen einfach arbeiten.“ Der Joghurt aus seiner Heimat. Die Geschichten der Schäfer, denen er als Junge stundenlang gelauscht hat, bewegen ihn. Inspiration erwächst selten aus dem Verstand. Sie ist ein Bauchgefühl, eine Eingebung, auf die man sich, wie dieses Beispiel zeigt, auch verlassen kann. Plötzlich geht es Hamdi darum, endlich einen Joghurt auf den amerikanischen Markt zu bringen, der schmeckt. Dieser inspirierende Gedanke sorgt dafür, dass sein Umsetzungsdrang wächst.

4. Vision

Definition: die motivierende, positiv formulierte Vorstellung des Zustands, der erreicht werden soll. Sie gibt die Richtung für die Entwicklung an und drückt aus, wo und wofür ein Unternehmen in der Zukunft stehen will.
Warum machen wir das hier? Wofür sind wir jetzt hier? Ist es nicht aussichtslos? Die vier wieder eingestellten Mitarbeiter stellen sich diese Fragen. Hamdis Antwort: „Wir bauen eine Molkerei auf, die hundertmal besser ist, als sie je zuvor war.“ Ihm geht es mehr um den Aufbau von Zuversicht, von Arbeitsplätzen und die Entwicklung eines schmackhaften Joghurts als um die Realität.

„Creare ex nihilo“ heißt übersetzt „etwas aus dem Nichts erschaffen“. Diese Vision hat allen Beteiligten die Schubkraft gegeben, aus dem Nichts etwas zu erschaffen.

5. Standhaftigkeit

Definition: standhaftes Wesen, Verhalten.
Ich stelle mir vor, wie es ist, in einem verlassenen Betrieb aus dem Nichts etwas anzufangen. Und wie viel Ausdauer, Beharrlichkeit und Ideenreichtum dazugehört, einfach zu machen. Ich stelle mir vor, dass es nicht immer einfach ist. Dass hinter jedem Menschen Familien stehen, die darüber lachen und den Unternehmer für verrückt erklären. Für mich bedeutet das: Wenn andere dich infrage stellen, musst du sehr genau wissen, ob das, was du tust, richtig ist. Und wenn du bedingungslos Ja sagst, bleibst du auch standhaft.

6. Leidenschaft

Definition: ein emotionaler, vom Verstand nur schwer zu steuernder Gemütszustand, aus dem heraus etwas erstrebt, begehrt oder ein Ziel verfolgt wird.

Hamdi Ulukaya ist voller Emotionalität und lässt sich von ihr leiten. Sie ist ein wichtiger innerer Komplize, der den Motor seiner Umsetzungskraft befeuert. Was für ein Glück, dass er damit auch noch so erfolgreich ist. Denn damit ist er ein Musterbeispiel für das, wozu er heute aufruft. Sein Appell, frei von mir formuliert: Hört auf, euch das Geschäft nur auf Zahlen basiert anzuschauen. Hört auf, über allem zu stehen und allein im stillen Kämmerlein eure Entscheidungen zu treffen. Tauscht euch mit euren Mitarbeitenden aus. Nutzt das Potenzial. Das ist der einzig wahre und nachhaltige Weg für unternehmerisches Wachstum.

7. Die ehrliche Verbundenheit zu seinen Mitmenschen

Definition ehrlich: aufrichtig, offen. Verbundenheit: das Gefühl, einer anderen Person oder einer Gruppe zugehörig zu sein und in einer gegenseitig vertrauensvollen Beziehung zu stehen.

Hamdi investiert in seine Mitarbeitenden und erreicht damit ein hohes Maß an Loyalität. Das macht deutlich: Es ist möglich, ein Unternehmen zu einem Biotop zu machen, in dem sich Mitarbeitende dem Unternehmer verbunden fühlen, mit Herz und Seele bei der Arbeit sind und gern für das Unternehmen arbeiten. Durch starkes Engagement wächst das Geschäft. Wer fair behandelt wird, verhält sich in der Regel auch gegenüber seinem Umfeld fair. Ehrliche Verbundenheit schafft Mehrwert.

„When leaders don’t practice what they preach, it can be almost impossible for a team to work together successfully.“

The Inspirational Leader: Leadership first

Dieser Unternehmer ist eine Inspiration. Schau dir seinen bewegenden TED-Talk an, den Link findest du am Ende des Artikels.

Er hat mich im Herzen berührt. Mit beispielhafter Energie und Klarheit richtet er seinen Appell für Menschlichkeit in Unternehmen. Vielleicht kannst du nachvollziehen, was mich beeindruckt hat:

Seine ernsthafte Entschiedenheit und seine Willenskraft.

Das ist hörbar in seinem Ton, sichtbar in seiner Mimik und spürbar in seiner gesamten Ausstrahlung.

Starke Menschen, starke Gemeinden und starke Persönlichkeiten braucht die Welt.
Welche Vorbilder haben dich geprägt? Welche Erfahrungen hast du auf deinem Weg gemacht? Was ist deine innere Überzeugung?

Weiterführende Links
Der TED-Talk von Hamdi Ulukaya: youtu.be/SGTMSV8QUrs
Das Unternehmen Chobani: chobani.com
Das könnte dich auch interessieren: Goodbye Hierarchie – Erfolg geht nur gemeinsam. youtu.be/8LsTkIcmi7E

Wenn du dich stärker mit dem Thema zukunftsfähige Führung auseinandersetzen möchtest, nimm Kontakt zu mir auf. Ich begleite dich gern dabei, deine innere Überzeugung zu stärken und deinen eigenen Führungsstil auf die Erfolgsfaktoren der Zukunft auszurichten. Wie ich dabei arbeite, liest du unter Business Coaching für Unternehmer und Über mich.

Gerade in anspruchsvollen Zeiten geht es darum, Stärke durch Klarheit zu gewinnen. Allein mit dem Verstand erlangen wir sie nicht. Ich stehe dir als konstruktiver Sparringspartner zur Seite. Hier kannst du ein kostenfreies Erstgespräch vereinbaren, per Telefon oder per Video.

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